Wie sah´s bei Lady drunter und drüber aus?

Unterwäsche um 1860

.Die richtige Unterwäsche zu Anfang

schwarze Wollstrümpfe (oder für den Sommer Seidenstrümpfe) mit Strumpfbändern und oben drauf ein Camisole aus einem feinen Stöffchen.
 
Dazu dann den Liebestöter - eine weite spitzenbesetzte Unterhose, mit seeeehr langem, offenem Zwickel (ein wenig über dem Knie) und großer Beinfreiheit. Wird aber auch gerne zugenäht geliefert

Darüber trägt Frau dann das maßgeschneiderte Schnürmieder - einatmen, Bauch einziehen und fertig. Unbedingt notwendig, damit die Kleider auch wirken, wie sie sollen - verhilft einem auch zu der nötigen eleganten Haltung und entlastet den Rücken ungemein.
Mieder wurden ständig und von allen Bevölkerungsschichten getragen - der Hauptzweck war, dass die, auch bei der schlankesten Frau, sich einschmuggelnden Fettröllchen überspielt wurden. Also!!! Absolut essentiell bei jeder Art von Damenkleidung ab der ausgehenden Renaissance bis zum Ende der Edwardianischen Ära!!!
14 verschieden lange Stäbchen (jedes in seinem handgenähten Täschchen) stützen an den entscheidenden Stellen - der aufgelegte Zuschnitt sieht aus wie die Explosionszeichnung einer Waschmaschine.

Unterwäsche um 1860

Jetzt der Reifrock - 7-13 Reifen waren üblich. Der verwendete Federstahl ermöglicht bequemes Tragen und wesentlich mehr Bewegungsfreiheit, als der heutzutage gern und oft benutzte Brautunterrock. Ganz davon abgesehen, dass die darüberliegenden Schichten formvollendet fallen und nicht bei jedem Schritt hochwippen oder bei seitlichem Druck den ganze Rock zur Seite gequetscht wird.

 

Darüber der Unterrock -
er darf sich nie über dem Reifrock ziehen oder spannen, sondern muss frei fallen und natürlich den darüberliegenden Rock schützen - zudem gibt er noch ein wenig Fülle auf die Hüften und bauscht den Rock am Saum noch etwas auf.
Je nach Jahreszeit und Wärmebedarf wurden bis zu 6 Unterröcke getragen - sowohl unter dem Reifrock, als auch darüber.

  

 Stadt-Outfit - um 1860

 Südstaaten - um 1860

Nun die Bluse aus Baumwollspitze, den Seidenrock dazu und das Ganze mit dem Kummerbund verbinden. So kann man sich auf jedem Südstaatenfest sehen lassen.

Oder aber ein Kostüm aus Seide mit Ärmeln aus Batist --- der Möglichkeiten sind viele und alle sehen sie gut aus, solange der Unterbau stimmt.

Stadt-Outfit - um 1860

Accessoirs - um 1860

Mit einem kleinen Samtumhang mit breiten Bändern wird man auch für nicht so warme Tage ausgehfein.

Handschuhe, Schirmchen, Beutel und natürlich die entsprechende Frisur und Hüte vervollständigen das Bild und machen den Eindruck rund.